First Responder
Qualifizierte Ersthelfer aus der Wehr – sie überbrücken die Minuten bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes. Seit 2019 im Dienst.
Wertvolle Minuten
Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand entscheiden die ersten Minuten über Leben und Tod. Der Rettungsdienst muss aber erst aus der Wache anfahren, und eine eigene Rettungswache rechtfertigt die Zahl der Notfälle hier nicht. Genau diese Lücke – das therapiefreie Intervall zwischen Notfall und Eintreffen des Rettungsdienstes – füllen die First Responder.
Weil unsere Helferinnen und Helfer aus der Nachbarschaft kommen, sind sie in der Regel einige Minuten früher am Patienten. Diese Zeit nutzen sie für qualifizierte Erste Hilfe, bis der Rettungsdienst übernimmt. First Responder sind kein Ersatz für den Rettungsdienst, sondern eine schnelle und sinnvolle Ergänzung.
Die Gruppe wurde 2019 bei der Feuerwehr Kirchdorf als vierte First-Responder-Gruppe im Landkreis Freising eingerichtet. Eingesetzt wird sie vom Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung, alarmiert wird sie von der Integrierten Leitstelle – still, über Funkmeldeempfänger.
Was wir leisten
Im Vordergrund stehen die lebenserhaltenden Basismaßnahmen:
- Herz-Lungen-Wiederbelebung und Frühdefibrillation
- richtige Lagerung des Patienten
- Sauerstoffgabe und Kontrolle der Vitalfunktionen
- Wärmeerhalt und Betreuung der Betroffenen
- Lagemeldung als Ersteintreffender bei größeren Lagen, etwa einem Verkehrsunfall
- Übergabe an den Rettungsdienst und, wenn gewünscht, weitere Unterstützung
Am häufigsten werden wir zu Herzproblemen, Atemnot, Schlaganfällen, Bewusstseinsstörungen und Verkehrsunfällen gerufen.
Ausbildung
Wer mitfahren will, muss volljährig sein und eine Mindestausbildung von 85 Stunden absolvieren. Dazu gehören die Ausbildung zum Feuerwehrsanitäter, ein Notfalltraining Reanimation, die Ausbildung am Frühdefibrillator und am EKG-Monitoring, die Einweisung in das Fahren mit Sondersignal sowie die Funkausbildung. Darüber hinaus sollen die Helfer regelmäßig Erfahrung im Rettungsdienst sammeln.
Das Können muss frisch bleiben: Mindestens acht Übungen im Jahr mit notfallmedizinischen Maßnahmen an Fallbeispielen sind Pflicht, dazu einmal jährlich die AED-Zertifizierung.
Wer mitmacht
Die Gruppe lebt von Helfern aus den Feuerwehren der Gemeinde – meist Feuerwehrsanitäter – und von Fachpersonal und Interessierten aus der Bevölkerung. Wer die Gruppe unterstützen möchte, ist eingeladen, sich zu engagieren: Melden Sie sich bei uns.
Wie ein Einsatz abläuft
- Notruf 112 Der Anruf geht bei der Integrierten Leitstelle ein.
- Alarmierung Die Leitstelle alarmiert den Rettungsdienst und parallel unsere First Responder.
- Eintreffen Unsere Kräfte sind meist einige Minuten früher vor Ort und melden ihr Eintreffen der Leitstelle.
- Untersuchung Der Patient wird nach einheitlich genormten Schemata untersucht: Vitalparameter erheben, Anamnese erheben.
- Erstversorgung Kritische Probleme werden erfasst und mit den vorhandenen Mitteln behandelt.
- Übergabe Der Patient wird mit allen notwendigen Informationen an den Rettungsdienst übergeben.
Im Ernstfall
Wo die Defibrillatoren hängen
Auch wenn wir oft vor dem Rettungsdienst da sind: Nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand entscheiden die ersten Minuten. Deshalb gibt es in der Gemeinde sechs öffentlich zugängliche Defibrillatoren.
Ein Defibrillator gibt einen Stromstoß nur dann ab, wenn er wirklich nötig ist – bei Kammerflimmern oder einer pulslosen ventrikulären Tachykardie. Die Geräte führen Schritt für Schritt durch die Anwendung, viele geben auch beim Drücken Hilfestellung. Man kann damit nichts falsch machen.
Wichtig: Ein Defibrillator allein rettet kein Leben. Die Herzdruckmassage ist zwingend – drücken Sie weiter, bis Hilfe eintrifft.
Die sechs Standorte
- Freisinger Bank Kirchdorf
- Schule Kirchdorf
- Sportheim Kirchdorf
- Friedhof Nörting
- Schützenheim Wippenhausen
- Burgerwirt Helfenbrunn